Es gibt keinen Zweifel darüber, dass Invisalign in den letzten Jahren besonders viel Aufmerksamkeit erregt hat und bei vielen das Interesse weckte.

Viele Menschen kennen deshalb mittlerweile die unsichtbare Zahnspange, vor allem aber, weil sie eine attraktive Alternative zu der herkömmlichen Metallzahnspange darstellt und damit besonders bei Erwachsenen Anklang findet.

Doch auch Jugendliche finden immer mehr Gefallen an der Idee von Invisalign. Sobald aber etwas erst einmal in aller Munde ist, entstehen unweigerlich Missverständnisse und Mythen, die bei vielen, die eine Invisalign Behandlung in Erwägung ziehen, für Unklarheiten sorgen.

Für all diejenigen, die deshalb noch am Zögern sind, möchten wir nun für etwas mehr Klarheit sorgen.

invisalign

1. Damit Invisalign funktioniert, müssen die Schienen auch getragen werden.

Einer der attraktivsten Eigenschaften der Invisalign Schienen ist, dass sie herausnehmbar sind. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Zahnspangen kann man sie also ganz bequem beim Essen oder bei der Zahnpflege herausnehmen, um diese Prozesse angenehmer zu gestalten.

Das bedeutet auch, dass man nicht darauf achten muss bestimmte Lebensmittel zu vermeiden, da diese sich sonst in den Drähten und Brackets verfangen könnten. Doch genau hier liegt auch die Gefahr. Die Schienen müssen nämlich täglich mindestens 22 Stunden oder länger getragen werden, um effektiv zu sein.

Das Risiko ist hier natürlich denkbar groß, dass man nach dem Zähneputzen einfach vergisst die Schiene wieder einzusetzen oder einfach mal einen Tag ohne Schienen vergehen lässt, weil es angenehmer ist. Für eine effektive Behandlung gilt es dies aber zu vermeiden.

2. Die Zähne müssen nach jeder Mahlzeit gereinigt werden.

Eine gründliche Zahnpflege ist bei einer Invisalign Behandlung unumgänglich. Daher ist es auch wichtig die Zähne nach jeder Mahlzeit, egal ob groß oder klein, zu putzen und mit Zahnseide zu pflegen, um dem Risiko einer Infektion oder von Karies so gut es nur geht vorzubeugen.

Eines sollte man nämlich nicht vergessen: Die Schienen werden im Idealfall mindestens 22 Stunden am Tag getragen. Es ist also denkbar einfach sich auszumalen, wie sehr die Zahngesundheit unter Speiseresten, die zwischen den Zähnen stecken, leiden würde.

3. Man sollte realistische Erwartungen haben.

Nur weil die Invisalign Zahnspange eine Alternative zur normalen Zahnspange darstellt, bedeutet das nicht, dass sie Wunder bewirken kann. Natürlich bietet sie mehr Komfort und sieht ästhetischer aus, dennoch kann sie nicht den Fakt verändern, dass die Korrektur von Zahnfehlstellungen nun mal Zeit benötigt.

Obwohl die Behandlungsdauer mit Invisalign in der Regel tatsächlich kürzer ist, sollte man also dennoch realistische Erwartungen an die Behandlung stellen. Viele Patienten sind auch überrascht zu hören, dass in einigen Fällen nach dem Ende der eigentlichen Behandlung noch eine „Abschluss-Schiene“ nötig ist, welche während des Schlafs getragen wird und die korrigierten Zähne in der richtigen Position fixiert.

Man darf Invisalign also nicht als Zaubermittel verstehen, welches sofort Resultate liefert, sondern als komfortable Alternative zur gewöhnlichen Zahnspange.

4. Die Behandlung ist schmerzfrei (für die meisten).

54% der Invisalign Patienten berichteten, dass sie während der Behandlung einen leichten Schmerz verspürten, während 35% keine Schmerzen jeglicher Art zu beklagen hatten. Häufig tritt diese Unbequemlichkeit beim Umstieg auf ein neues Paar Schienen auf, da diese an anderen Stellen als zuvor Druck auf die Zähne ausüben, um die gewünschte Stellung zu erreichen.

Die gute Nachricht ist, dass diese Beschwerden in der Regel nach 2-3 Tagen wieder verschwinden und man sich somit schnell an die neuen Schienen gewöhnt.

5. Invisalign ist nicht für jeden geeignet.

Die durchsichtige Zahnspange kann zwar die meisten Zahnfehlstellungen korrigieren, stößt aber in bestimmten Fällen auch an ihre Grenzen. So eignet sich Invisalign z.B. bestens um leichte bis mittelschwere Fälle von Über- bzw. Unterbiss oder auch Zahnlücken zu behandeln.

Bei schwerwiegenden kieferorthopädischen Fällen wie starkem Über- und Unterbiss oder bei stark verdrehten Zähnen, empfiehlt es sich hingegen auf klassische Behandlungsmethoden zurückzugreifen.

Der Smile Assistent von Invisalign eignet sich gut dazu, um im Vorfeld zu prüfen, ob man für eine Invisalign Behandlung geeignet ist, ersetzt aber keineswegs ein ausführliches Beratungsgespräch beim Zahnarzt.

6. Verfärbende Getränke sind ein No-Go.

Es gibt zwei Gründe weshalb Invisalign Patienten ihren morgendlichen Kaffeekonsum einschränken werden müssen: Erstens, verfärbt der Kaffee die Schienen; und zweitens, wird der tägliche Genuss von Kaffee dafür sorgen, dass ein großer Teil der Zeit, in der es gestattet ist die Schiene zu entnehmen, der Zahnreinigung nach dem Kaffee zum Opfer fällt. Dasselbe gilt auch für Getränke wie Tee oder Rotwein. Sollte man doch einmal – ausnahmsweise – eines dieser Getränke zu sich nehmen, darf man keinesfalls die anschließende Zahnpflege vergessen.

7. Die Schienen dürfen nicht mit Zahnpasta gereinigt werden.

Die Schienen werden zwar auf den Zähnen getragen, sollten aber keinesfalls wie diese geputzt werden. Da in der Zahnpasta Stoffe enthalten sind, welche wie Schleifmittel wirken, kann die Nutzung dieser zu Ablagerungsstellen in den Schienen führen, in denen sich dann Bakterien ansammeln können. Diese Bakterien können dann nach einiger Zeit anfangen unangenehm zu riechen und die Schiene zu verfärben. Stattdessen sollte man auf eine milde Seife zurückgreifen, welche bedenkenlos für die Reinigung der herausnehmbaren Zahnspange verwendet werden kann.

8. Gewichtsverlust ist ein möglicher positiver Nebeneffekt.

Diejenigen, die sich zurzeit auf Diät befinden werden sich freuen zu hören, dass Invisalign in der Tat dazu beitragen kann ein paar Pfunde loszuwerden. Immerhin zwingt einen das Tragen der Schienen dazu nur zu bestimmten Zeiten zu essen und ungesunde Snacks zu vermeiden. Der Aufwand, sich nach jedem kleinen Stück Schokolade wieder die Zähne zu putzen, schreckt viele schon davor ab überhaupt erst zur Tafel zu greifen und hilft damit unbeabsichtigt dabei unnötige Kalorien zu vermeiden. Das Resultat dieser Selbstdisziplin macht sich dem einen oder anderen dann nach einigen Wochen auf der Waage bemerkbar.

9. Die Schienen sind nahezu unsichtbar.

Natürlich sind sie nicht 100% unsichtbar, aber dennoch sind sie für viele gar nicht bemerkbar, selbst wenn sie direkt vor einem stehen. Man kann es auch folgendermaßen betrachten: Invisalign gibt es nun schon seit einigen Jahren, doch kaum jemand hat jemals bemerkt, dass sein Gegenüber eine unsichtbare Zahnspange trägt. Andersherum fällt es nicht schwer sich daran zu erinnern, wann man das letzte Mal jemanden mit einer normalen Metallzahnspange gesehen hat. Das allein unterstreicht schon die Effektivität der unsichtbaren Schienen, die Invisalign anbietet.

10. Nicht jeder Zahnarzt der Invisalign anbietet, kann dieselben Ergebnisse erzielen.

Das System von Invisalign benötigt – trotz aller Innovation – immer noch eine sorgfältige und detaillierte Diagnose, Planung und Behandlung, um effektiv zu funktionieren. Die Erfahrung und das Wissen des Zahnarztes im Umgang mit Invisalign sind daher entscheidend für ein erfolgreiches Ergebnis. Man sollte sich daher im Vorfeld genauestens informieren und sich Erfahrungsberichte einholen, bevor man sich für einen Arzt entscheidet.