Inhaltsverzeichnis

    1. Was ist Aktivkohle?
    2. Welche Formen von Aktivkohle gibt es und wie benutzt man sie?
    3. Wie funktioniert Aktivkohle Zahnpasta?
    4. Welche Risiken gibt es bei Aktivkohle Zahnpasta?
    5. Worauf muss man bei einer Zahnpasta achten?

 

Der Hype um Aktivkohle Zahnpasta schlägt immer größere Wellen und liefert somit ständig neuen Stoff für Diskussionen. Während die einen von weißen Zähnen in kürzester Zeit berichten, warnen Experten vor möglichen Langzeitfolgen.

 

Wir nehmen Aktivkohle für Zähne genauer unter die Lupe und erklären im Detail wie sie funktioniert und ob sie tatsächlich schädlich für die Zahngesundheit ist.

 

 

Was ist Aktivkohle?

 

Aktivkohle ist ein schwarzes, feinkörniges Granulat, das aus Kohlenstoff besteht. Sie ist in der Lage Giftstoffe und Bakterien wie ein Schwamm aufzusaugen und wird daher gerne bei Magen-Darm-Beschwerden verwendet. Aber auch in der Zahnmedizin findet sie zunehmend mehr Beachtung.

 

Aktivkohle soll in der Lage sein Zahnverfärbungen schonend und effektiv zu bekämpfen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Zahnpasten, welche Verfärbungen durch Reibung entfernen, soll die Aktivkohle das durch ihre Adsorptionskraft schaffen.

 

 

Welche Formen von Aktivkohle gibt es und wie benutzt man sie?

 

Tabletten – Die Tablette wird vor der Zahnreinigung zerkaut, damit sie sich im Mund verteilen und ihre Wirkung entfalten kann. Anschließend werden die Zähne wie gewohnt geputzt.

Aktivkohle Tabletten

Puder – Das Puder wird in Wasser aufgelöst, um es dann wie eine Mundspülung zu benutzen. Anschließend werden die Zähne geputzt.

Aktivkohle Pulver

In Zahnpasten – Aktivkohle kann auch als Inhaltsstoff in Zahnpasten enthalten sein. In dieser Form absorbiert Aktivkohle die Verfärbungen aber nicht mehr, sondern schleift sie hauptsächlich ab.

Aktivkohle Zahnpasta

 

Wie funktioniert Aktivkohle Zahnpasta?

 

Zahnaufhellung

Sobald Aktivkohle in Zahnpasta enthalten ist, erfolgt die aufhellende Wirkung nicht mehr durch Adsorption, sondern durch Reibung. Die raue und poröse Oberfläche der Aktivkohle schleift Farbpartikel auf der Zahnoberfläche ab und lässt den Zahn somit weißer wirken.

 

Rekonstruktion der Zahnoberfläche

Neben Aktivkohle wird der Zahnpasta häufig auch Hydroxylaptit beigefügt, welches kleine Unebenheiten im Zahnschmelz ausgleicht. Es ist ein natürlicher Bestandteil des Zahnschmelzes und wirkt daher aufbauend. 

 

Die Zahnpasta erfüllt somit nicht nur den kosmetischen Zweck der Zahnaufhellung, sondern auch einen gesundheitlichen, mit der Mineralisierung des Zahnschmelzes.

 

 

Welche Risiken gibt es bei Aktivkohle Zahnpasta?

 

Obwohl Aktivkohle als Wundermittel gilt, herrscht dennoch Uneinigkeit darüber, ob sie nicht schädlich für die Zähne sein könnte. Betrachten wir daher die kritischen Seiten von Aktivkohle Zahnpasta.

 

Zu große Schleifkraft

Aktivkohle besitzt eine deutlich größere Schleifkraft als herkömmliche Zahnpasten. Bei regelmäßiger Anwendung trägt sie deshalb nicht nur Verfärbungen ab, sondern auch Schichten des Zahnschmelzes. Der Abrieb wird bei Zahnpasten mit dem RDA-Wert angegeben. Ein höherer Wert bedeutet eine höhere Schleifwirkung.

 

Wer Aktivkohle über einen längeren Zeitraum verwendet, kann eine zunehmende Empfindlichkeit der Zähne gegenüber Kälte und Wärme erfahren. Die angeraute Zahnoberfläche ist außerdem anfälliger für neue Verfärbungen und Kariesbefall.

 

Beschädigung der Zahnoberfläche

Obwohl Aktivkohle Zahncremes häufig Hydroxylaptit Zusätze aufweisen, sind diese nicht immer wirkungsvoll. Neben Hydroxylaptit ist nämlich in der Regel auch Natriumfluorid in Zahnpasten enthalten, das ebenfalls den Zahnschmelz aufbaut.

 

In Kombination heben Hydroxylaptit und Natriumfluorid jedoch ihre positive Wirkung auf. Der Zahnschmelz wird dann nicht mehr mit ausreichend Mineralstoffen versorgt.

 

Kohle Arten

Aktivkohle wird in der Regel aus Holz- oder Torfkohle hergestellt. Diese Kohle Arten sind wohltuend und nützlich für die Zahnpflege. Sie nehmen Schmutzpartikel und Bakterien auf und reinigen damit die Zahnoberflächen.

 

Es lohnt sich jedoch einen Blick auf die Inhaltsliste von Aktivkohle Zahnpasten zu werfen. Oftmals ist statt Aktivkohle nämlich nur Ruß enthalten, der zwar dieselbe schwarze Farbe verleiht, aber keine andere Wirkung besitzt.

 

Carbon Black ist z.B. ein Industrieruß, der in einigen Zahncremes enthalten ist und Untersuchungen zufolge sogar krebserregend sein kann.

 

Wer sicher sein möchte, dass er das richtige Produkt kauft, sollte auf der Inhaltsliste nach dem Begriff “charcoal” Ausschau halten. In diesem Fall handelt es sich definitiv um Aktivkohle.

 

Umstrittene Wirkung

Während häufig eine kurzzeitige Verbesserung der Zahnfarbe beobachtet werden kann, sind sich Experten über die Langzeitwirkung von Aktivkohle Zahnpasta unsicher.

 

Kritisiert wird z.B., dass die Adsorptionskraft von Aktivkohle nicht zwischen guten und schlechten Bakterien unterscheidet. Auf diese Weise könnte die natürliche Mundflora geschädigt werden. Andere behaupten wiederum, dass Aktivkohle nicht mehr aufnahmefähig sei, wenn sie in Zahnpasta gebunden ist, da sie dann bereits übersättigt sei.

 

Aktivkohle Zahncremes sind in ihrer Wirkung also umstritten. Auch wenn eine Verbesserung der Zahnfarbe beobachtet werden kann, geht diese häufig zu Lasten der Zahngesundheit.

 

Damit Sie beim nächsten Einkauf genau wissen auf was Sie bei der Auswahl einer Zahnpasta achten müssen, haben wir eine Übersicht für Sie erstellt.

 

 

Worauf muss man bei einer Zahnpasta achten?

 

Zahnpasten gibt es wie Sand am Meer – wie soll man also wissen welche die beste ist? Das lässt sich pauschal nicht beantworten.

 

Wenn Sie jedoch diese 3 Dinge beachten, werden Sie mit Sicherheit eine passende Zahnpasta finden.

 

RDA-Wert

Wie wir bereits gelernt haben, wird die Schleifkraft der in einer Zahnpasta enthaltenen Putzkörper mit dem sog. RDA-Wert angegeben. Je höher der Wert ist, desto größer ist die Schleifkraft.

 

Viel hilft aber nicht immer viel.

 

Eine zu hohe Schleifkraft führt zu übermäßigem Abrieb und zur Aufrauung des Zahnschmelzes. Das macht den Zahn anfälliger für Karies und neue Verfärbungen. Ein RDA-Wert zwischen 40 und 80 ist daher empfehlenswert.

 

Fluorid – Art und Menge

Fluorid trägt zur Remineralisierung des Zahnschmelzes bei, indem es wichtige Bausteine liefert. Auf diese Weise kann eine fluoridhaltige Zahnpasta kleine Unebenheiten und Unregelmäßigkeiten im Zahnschmelz ausgleichen.

 

Für die Zahnpflege wird insbesondere Aminfluorid empfohlen. Es ist neben Natriummonofluorphosphat und Natriumfluorid die förderlichste und unbedenklichste Fluorid Art.

 

Die Fluoridmenge wird in Parts per million (ppm) angegeben und variiert in der empfohlenen Menge für Kinder und Erwachsene. Während Kinder eine Zahnpasta mit max. 500 ppm Fluorid verwenden dürfen, sollten Erwachsene zu Zahncremes mit 1000 bis 1500 ppm Fluorid greifen.

 

Anwendungszweck

Dieser Punkt erscheint zunächst vielleicht redundant, da Zahnpasta in erster Linie natürlich zur Reinigung der Zähne dient. Es kommen jedoch immer mehr Zahnpasten auf den Markt, die sich auf spezielle Bedürfnisse fokussiert haben.

 

Beispielsweise gibt es sog. Sensitive-Zahnpasten, die empfindliche Zähne stärken und einen niedrigen RDA-Wert aufweisen. Auf der anderen Seite gibt es Weiß-Zahnpasten mit hohem RDA-Wert, die Zahnverfärbungen bekämpfen sollen. Auch Zahncremes, die speziell einer Parodontitis vorbeugen sollen sind keine Seltenheit mehr.

 

Sie entscheiden somit welchen Fokus Sie setzen möchten.

 

Wir haben für Sie eine Liste mit empfehlenswerten Zahnpasten erstellt, um Ihnen einen Überblick zu verschaffen und Ihre Entscheidung möglicherweise zu erleichtern. Kinderzahnpasten wurden nicht berücksichtigt.

1. Oral-B Professional Zahnfleisch & -schmelz Pro-Repair (Testsieger)
2. Elmex Sensitive Sanftes Weiss
3. Meridol Sanftes Weiss
4. Meridol Zahnpasta
5. Elmex Kariesschutz
6. Signal Kräuterfrische
7. Colgate Komplett 8 Natürliche Kräuter

 

Aktivkohle für die Zähne hat sicherlich einen Einfluss auf die Zahnfarbe. In Form von Tabletten oder Puder kann es nahezu bedenkenlos verwendet werden und eine Verbesserung der Zahnfarbe hervorrufen. Übermäßiger Konsum könnte jedoch die natürliche Mundflora zerstören.

 

Aktivkohle Zahnpasten sollten hingegen mit Vorsicht genossen und auf ihre Inhaltsstoffe überprüft werden. Sie können aufgrund ihres hohen Abriebs langfristig eine Verschlechterung der Zahnfarbe und im schlimmsten Fall sogar der Zahngesundheit verursachen.