Amalgam ist seit etwa 200 Jahren als Füllstoff für kariöse Zähne im Einsatz. Doch in den letzten Jahrzehnten mehren sich die Bedenken, dass Amalgam schädlich, gar giftig, sein könnte.

Wir wollen für Sie genau beleuchten, was es mit Amalgam auf sich hat und ob Amalgam schädlich aus medizinischer und wissenschaftlicher Sicht ist. Dafür beantworten wir Ihnen die häufigsten Fragen rund um den Werkstoff Amalgam.

AmalgamfüllungWas ist Amalgam?

Amalgam ist eine Metalllegierung und besteht normalerweise aus den folgenden Bestandteilen:

  • Quecksilber,
  • Silber,
  • Zinn,
  • Zink,
  • Kupfer.

Das Quecksilber macht dabei mit mindestens 50 Prozent in üblichen Legierungen den größten Anteil aus.

Amalgam in der Zahnmedizin

In der Zahnmedizin wird Amalgam seit den 1820er-Jahren breit als Füllstoff für defekte Zähne eingesetzt. Zwar ist in den letzten Jahren der Anteil der neuen Amalgamfüllungen stets zurückgegangen, dennoch ist Amalgam noch immer ein wichtiges Füllmaterial in der modernen Zahnmedizin.

Das liegt auch an seiner hohen Wirtschaftlichkeit, denn verglichen mit alternativen Füllungen sind Amalgamfüllungen kostengünstig umsetzbar. Gleichzeitig ist Amalgam leicht zu verarbeiten und sehr haltbar. Aus diesem Grund werden aktuell von den gesetzlichen Krankenkassen häufig nur die Kosten für Amalgamfüllungen voll übernommen.

Amalgamfüllung Vorteile/Nachteile

Eine Amalgamfüllung hat Vorteile und Nachteile, welche stets gegeneinander abgewogen werden müssen.

So hat eine Amalgamfüllung folgende Vorteile:

  • Sie ist wirtschaftlich umsetzbar.
  • Das Material ist gut erforscht und leicht zu verarbeiten.
  • Amalgam ist sehr haltbar und kann oft viele Jahre im Mund verbleiben.
  • Amalgam besitzt eine antibakterielle Wirkung und schützt so vor weiterer Karies.

Allerdings hat eine Amalgamfüllung auch Nachteile:

  • Amalgam ist nicht wie der Zahn weißlich, sondern silbrig-glänzend.
  • Durch das enthaltene Quecksilber könnte Amalgam schädlich für die Gesundheit sein.
  • Amalgam ist schädlich für die Umwelt und muss speziell entsorgt werden.
  • Die Entfernung einer Amalgamfüllung bedarf spezieller Vorkehrungen.

Vorteile und Nachteile von AmalgamIst Amalgam schädlich?

Ob Amalgam schädlich ist oder nicht, wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Wir möchten Ihnen daher verschiedene Aspekte und Standpunkte zum Thema aufzeigen.

Wieso sollte Amalgam schädlich sein?

Zunächst muss natürlich beantwortet werden, wieso eine Amalgam Zahnfüllung schädlich sein sollte. Dies wird normalerweise mit dem Hauptbestandteil der Legierung, dem Quecksilber, begründet.

Quecksilber ist ein Schwermetall, welches grundsätzlich giftig für den menschlichen Organismus ist. Im Amalgam ist das Quecksilber allerdings gebunden, das bedeutet, es kann sich nicht so leicht aus der Legierung lösen. Dennoch bestehen Bedenken, dass Amalgamfüllungen Quecksilber an den Körper abgeben könnten.

Quecksilber reichert sich im Körper an. Daher wird von manchen Menschen befürchtet, dass Amalgam aus Zahnfüllungen schädlich sein könnte, indem es sich immer weiter im Körper anreichert und so zu einer schleichenden Amalgam Vergiftung mit Symptomen führt.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Die Studienlage zum Thema ist leider nicht eindeutig. Häufig zitiert wird ein großes Forschungsprojekt der TU München, das German Amalgam Trial. Die Studie untersuchte verschiedene Gruppen, auch Menschen, die davon ausgingen, an einer Amalgamvergiftung zu leiden.

Die Studie kam zum Schluss, dass zwar einerseits keine Beweise für eine schleichende Vergiftung durch Amalgam gefunden werden konnten. Andererseits aber besserten sich die Symptome von Menschen mit mutmaßlicher Amalgamvergiftung durch das Entfernen der Amalgamfüllungen signifikant.

Auch andere Studien kommen tendenziell eher zur Erkenntnis, dass Amalgam keine nachweisbaren schädlichen Einflüsse auf den Körper hat. Gleichzeitig weist eine Risikobetrachtung von Mitarbeitenden der Uniklinik Freiburg darauf hin, dass die Wirkung von Amalgam im Körper von individuellen Faktoren abhängen könnte und letztlich nicht auszuschließen sei, dass Amalgam auch schädlich wirken kann.

Welche unerwünschten Wirkungen von Amalgam gelten als erwiesen?

Es gibt eine Reihe an Reaktionen auf eine Amalgamfüllung, die tatsächlich als medizinisch erwiesen gelten. Dies sind:

  • Amalgamtätowierung: Hierbei wandert Amalgam ins Zahnfleisch und führt dort zu einer dauerhaften Verfärbung, welche aber gesundheitlich unbedenklich ist.
  • Amalgamallergie: Sehr selten reagieren Menschen allergisch auf Amalgam.
  • Korrosion: Befinden sich andere Metalle im Mund, vor allem Gold, können diese sich gegenseitig negativ beeinflussen, was zu schleichender Zerstörung und Verfärbung von Füllungen und Kronen führen kann.

Wie erkennt man eine eventuelle Amalgamvergiftung?

Auch wenn medizinisch aktuell die Hinweise darauf fehlen, fürchten viele Menschen aufgrund des Quecksilbers im Amalgam, eine Vergiftung mit Symptomen zu entwickeln.

Eine Amalgam Vergiftung soll Symptome verschiedenster Art auslösen können. Besonders häufig werden genannt:

  • Erschöpfung und Müdigkeit,
  • herabgesetzte Leistungsfähigkeit,
  • Kopfschmerzen,
  • Konzentrationsprobleme,
  • Stimmungsschwankungen und Depressionen.

Daneben wird Amalgam immer wieder verdächtigt, zur Entstehung schwerwiegender Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder Multipler Sklerose beizutragen. Ein solcher Zusammenhang ist aber nie nachgewiesen worden.

Was sagt die WHO dazu?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat aufgrund der komplexen Datenlage zum Thema Amalgam eine Erklärung dazu verfasst.

Laut WHO ist Amalgam unter gewöhnlichen Umständen als sicher anzusehen. Gleichzeitig könne nicht ausgeschlossen werden, dass es durch individuelle Faktoren zu gesundheitlichen Problemen durch Amalgamfüllungen kommen könne.

Die WHO empfiehlt daher die weitere Verwendung von Amalgam, spricht sich aber für eine kontinuierliche Beobachtung und Kontrolle aller zahnärztlichen Füllungsmaterialien aus.

Wieso soll Amalgam verboten werden?

Vielleicht haben Sie gehört, dass Amalgamfüllungen in einigen europäischen Ländern bereits verboten wurden.

Besonders Umweltmediziner fordern teilweise das komplette Verbot von Amalgam in den nächsten Jahren. Dies allerdings wird meistens nicht mit den gesundheitlichen, sondern mit den ökologischen Auswirkungen von Amalgam begründet, beispielsweise in der Bonner Amalgam-Erklärung.

Anders sieht es im Falle von Karies bei Kindern und werdenden Müttern aus.  In der EU ist die Anwendung von Amalgamfüllungen bei Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 15 Jahren strikt zu vermeiden. Dies hat vor allem präventiven Charakter.

Gibt es Alternativen zur Amalgamfüllung?

Als Alternative zur Amalgamfüllung kommen vor allem Kompositfüllungen zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Füllungen, die aus verschiedenen Kunststoffen einerseits und Keramik andererseits bestehen. Kompositfüllungen allerdings sind ebenfalls regelmäßig Gegenstand von Diskussionen um deren gesundheitliche Unbedenklichkeit.

Grundsätzlich unbedenklicher sind Keramikfüllungen. Eine Keramikfüllung ist genau genommen ein sogenanntes Inlay. Dieses kann zwar kurzzeitig während der Eingwöhnungszeit Nachteile wie Schmerzen am behandelten Zahn haben, ist aber deutlich verträglicher.

Fazit: Ist Amalgam schädlich oder unbedenklich?

Eine pauschale Aussage dazu, ob Amalgam schädlich ist oder nicht, lässt sich nicht zuverlässig treffen. Insgesamt zeigt die Studienlage zwar tendenziell in Richtung Unbedenklichkeit von Amalgam, dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es durch Amalgam zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt.

Ein Aspekt, der selten bedacht wird, ist, dass die Herstellung einer Amalgam Zahnfüllung schädlich vor allem für das verarbeitende Personal ist. Zahnärzte und Helferinnen, die alltäglich mit Amalgam arbeiten, leiden häufiger an Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber Quecksilber. Nicht zu vergessen ist auch, dass durch die Anwendung von Amalgam in Zahnarztpraxen Quecksilber in die Umwelt freigesetzt wird, wo es weitreichende toxische Effekte haben kann.

Zweifel? CASA DENTALIS berät Sie kompetent zum richtigen Füllungsmaterial

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