Viele Patienten glauben, dass wenn ein Zahn bereits tot ist, keine zahnärztliche Behandlung notwendig ist. Sie gehen davon aus, dass nichts Schlimmeres passieren kann, aber das stimmt nicht. Ein toter Zahn sollte sogar behandelt werden, ansonsten kann es zu einem Abszess und sogar zu starken Schmerzen kommen.

Damit das nicht passiert, gibt es zwei Hauptmethoden, um einen toten Zahn zu behandeln: eine Wurzelbehandlung oder die Extraktion, wenn der Zahn nicht mehr zu retten ist.

Heute möchten wir auf die Gefahren toter Zähne aufmerksam machen und die Bedeutung einer rechtzeitigen Behandlung herausstellen.

Was sind die Ursachen eines toten Zahns?

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb ein Zahn abstirbt. Die Hauptursachen sind Karies und Verletzungen.

Ein Zahn besteht aus drei Schichten: Zahnschmelz, Dentin und Zahnmark. Das Zahnmark (auch als Pulpa bezeichnet) enthält Blutgefäße und Nerven, die den Zahn versorgen. Durch ein Zahntrauma oder einer durch einer Karies bedingten, voranschreitenden Entzündung kommt es zur Unterbrechung der Blutzirkulation, wodurch der Zahn nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird und aufgrund der Unterversorgung abstirbt. Dies kann jedoch auch erst Jahre nach dem Trauma auftreten. Ein abgestorbener Nerv wird auch als nekrotische Pulpa bezeichnet.

Bei einem abgestorbenen Zahn kann es auch zu einer Infektion im umliegenden Kieferknochen kommen, die schlimmstenfalls mit starken Schmerzen, einer Schwellung oder einem Abszess einhergehen kann.

Bei plötzlich abgebrochenen Zähnen heißt es vor allem kühlen Kopf bewahren und richtig handeln.

Was sind Symptome eines toten Zahns?

Es ist schwierig, einen toten Zahn zu diagnostizieren. Denn das Heimtückische an der Pulpanekrose ist, dass der Prozess des Absterbens des Zahnes selbst oftmals vom Patienten nicht wahrgenommen wird, da der abgestorbene Nerv keine Schmerzimpulse weiterleiten kann. Daher fällt zuerst meist die Veränderung der Farbe des Zahnes auf, bevor ein Schmerz verspürt wird.

ZahnschmerzenSchmerzen

Schmerzen können aber dennoch eines der Symptome sein. Manche Menschen fragen sich, warum sie Schmerzen haben, obwohl der Nerv tot ist. Der Schmerz kommt jedoch nicht aus dem Inneren des Zahnes, sondern vielmehr von empfindlichen Nervenenden an der Außenseite, dem sogenannten parodontalen Gewebe. Wenn sich Bakterien und abgestorbene Nerventrümmer in der Pulpenhöhle ansammeln, üben sie Druck auf das parodontale Gewebe aus, was die Beschwerden verursacht.

Farbwechsel

Wenn der Zahn abgestorben ist, hat er zumeist eine dunklere Farbe, und Sie können eine gelbe, graue oder schwarze Verfärbung feststellen. Diese Veränderung tritt normalerweise auf, weil die roten Blutkörperchen absterben.

Wie schädlich ist ein toter Zahn für den Körper?

Der menschliche Körper funktioniert wie ein Orchester: Jedes Organ spielt die Rolle eines Instruments. Und wenn eines aus dem Rhythmus gerät, kann der ganze Körper davon betroffen sein.

Wenn die Mundgesundheit aus dem Gleichgewicht tritt, können sich Bakterien und Pilze vermehren und andere Organe erreichen. Zusammenhängende Krankheiten der Zahnpulpa dürfen nicht unterschätzt werden.

Hier einige Beispiele wie Bakterien aus dem Mund in andere Teile des Körpers gelangen können:

Im Gehirn

Menschen mit toten Zähnen können ein erhöhtes Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Dies als Folge von Blutverunreinigungen und auch Zahnabszesse (mit Eiter gefüllte Infektionen), die das Gehirn erreichen können.

Das Atmungssystem

Dies ist seltener, kommt aber vor. Das Einatmen von Bakterien aus dem Mund kann die Lunge und den Rachenraum infizieren und Infektionen wie Lungenentzündung, Rhinitis und Sinusitis verursachen.

Im Herzen

Menschen mit einer angeborenen Herzerkrankung sind dem Risiko ausgesetzt, eine schwere Infektion, eine Endokarditis, zu entwickeln. Dies geschieht, wenn Bakterien vom Mund über das Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen und sich im Herzgewebe festsetzen.

Im Verdauungstrakt

Bakterien und Speisereste, die sich auf der Zunge festsetzen, sind die Verursacher von Mundgeruch. Sie können auch in den Magen gelangen und dort Reizungen und Gastritis verursachen.

In den Nieren

Bakterien aus dem Mund, die im Blut zirkulieren, sind ebenfalls eine Ursache für Nephritis.

In den Gelenken

Mikroben im Blut können die Gelenke erreichen und eine schwere Form von Rheuma bis hin zur septischen Arthritis verursachen.

Wie wird ein toter Zahn behandelt?

Es gibt zwei Behandlungsmöglichkeiten, deren Wahl von der jeweiligen Situation und der Erfahrung des Zahnarztes abhängt. Entweder kann er mit einer Wurzelbehandlung behandelt werden, oder es bleibt nichts anderes übrig als den Zahn zu ziehen.

Behandlung beim ZahnarztEndodontie

Eine Wurzelkanalbehandlung kann Zähne retten. Während dieser Behandlung wird aus den Kanalsystem der Zahnwurzeln abgestorbenes Gewebe und Bakterien, die zur Infektion geführt haben, entfernt. Unter Gabe einer lokalen Anästhesie läuft die Behandlung schmerzfrei ab. Nach der gründlichen Reinigung und Desinfektion der Wurzelkanäle werden diese mit einem speziellen Wurzelfüllmaterial bakteriendicht verschlossen. Anschließend wird der Zahn rekonstruiert, um seine Ästhetik und Kaufunktion wiederherzustellen.

Sollte der Zahn durch die vorangegangene Infektion dunkler als die Nachbarzähne erscheinen, ist es beispielsweise möglich diesen durch eine Zahnaufhellung oder einem Veneer aufzuhellen.

Wie lange hält ein toter Zahn nach einer Endodontie?

Mit der heutigen Technologie können wurzelkanalbehandelte Zähne über viele Jahre hinweg erhalten werden.

Extraktion

Dies ist eine Behandlung, die wir versuchen zu vermeiden. Sie ist jedoch notwendig, wenn es unmöglich ist, die Zähne zu erhalten. Sie wird unter lokaler Anästhesie durchgeführt, so dass sie keine Schmerzen verursacht. Nachdem der Zahn extrahiert wurde, kann er durch Zahnimplantate oder festsitzenden Brücken ersetzt werden.

Wie kann man einen toten Zahn vorbeugen?

Eine korrekte Mundhygiene mit täglichem Zähneputzen und der Verwendung von Zahnseide ist der beste Weg, um die Bildung von Plaque zu verhindern. Damit vermeiden wir die Entstehung von tiefgehende kariösen Stellen im Zahn, die zum Absterben des Zahnnervs führen können.

Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt sind ebenso wichtig, da unsere Spezialisten in der Zahnklinik Roseneck bereits bei den ersten Symptomen eine Diagnose stellen können, die der Patient nicht selbst stellen kann.

Darüber hinaus gibt es weitere Symptome, auf die man achten sollte, wie z. B. erhöhte Kälte- oder Wärmeempfindlichkeit, Schmerzen beim Kauen, Verfärbungen, Mundgeruch und Entzündungen des Zahnfleischs.

Die Rettung hängt von der Schnelligkeit der Diagnose und der zahnärztlichen Behandlung ab. Wenn Sie auf diese Symptome achten und sich von unseren Fachmännern helfen lassen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der betroffene Zahn noch gerettet werden kann!