Inhaltsverzeichnis

    1. Wie entsteht eine Zahnwurzelentzündung?
    2. Symptome
    3. Behandlung
    4. Hausmittel gegen eine Zahnwurzelentzündung

 

Schmerzen im Bereich des Kiefers und des Kauapparats lassen sich häufig auf eine Zahnwurzelentzündung zurückführen. Diese wird auch als Pulpitis bzw. Zahnmarkentzündung bezeichnet, da die Bakterien das Mark (lat.: Pulpa) des Zahnes befallen. Eine entsprechende Zahnentzündung sollte möglichst schnell erkannt und behandelt werden. Ansonsten drohen gesundheitliche Folgeprobleme.

 

Wie entsteht eine Zahnwurzelentzündung?

Ein Zahn besteht aus drei Elementen (von außen nach innen): dem Schmelz, dem Zahnbein sowie dem Mark. Die Teile des Zahns, die dafür sorgen, dass er fest im Kiefer sitzt, werden als Wurzeln bezeichnet. Sie bestehen aus Teilen des Beins und des Marks. Die Nerven des Mundes reichen in den Wurzeln bis ins Mark. Dies ist einer der Gründe dafür, weshalb Wurzelbehandlungen als sehr unangenehm gelten. Sie finden im Prinzip am offenen Nerv statt.

 

Bakterien dringen von außen ein. Sie passieren den Schmelz sowie das Zahnbein und befallen das Mark. Dabei sickern sie langsam nach unten. Zu Beginn ist eine Zahnwurzelentzündung deshalb kaum spürbar und nicht schmerzhaft. Dies ändert sich allerdings schlagartig, wenn die Infektion das Nervenende erreicht hat. Das große Problem dabei ist: Der Zahn ist für das menschliche Immunsystem nicht zugänglich. Von allein verschwinden die Bakterien deshalb nicht.

 

Welche Bakterien oder Unfälle können eine Zahnmarkentzündung verursachen?

  • Häufigster Auslöser ist Karies. Zahnärzte greifen deshalb stets zum Bohrer, wenn sie eine Infektion mit den entsprechenden Bakterien feststellen.
  • Oft liegt auch eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) vor. Die Bakterien springen von hier auf den Zahn über.
  • Undichte Füllungen können ebenfalls Eintrittstor für Bakterien sein.
  • Auch Spalte und Risse im Zahn können Entzündungen verursachen. Diese entstehen beispielsweise, wenn der Zahn einen Schlag abbekommen hat.
  • Ein schiefer Durchbruch der Weisheitszähne schwört ebenfalls die Gefahr der Pulpitis herauf.
  • Gleiches gilt für unbehandelte bzw. nicht ausreichend therapierte Probleme wie z.B. Zähneknirschen.

 

Welche Symptome deuten auf eine Zahnwurzelentzündung hin?

Anfangs zeigt sich vor allem eine Überempfindlichkeit der Zähne gegen Hitze und Kälte. Beim Putzen beginnt das Zahnfleisch zu bluten. Im Laufe der Zeit bildet es sich zudem zurück. Die Zahnhälse werden freigelegt. Starke Schmerzen setzen ein. Viele Patienten beschreiben diese als pochend. Eiter und Flüssigkeit bildet sich in den Zahnfleischtaschen und sorgen für einen üblen Mundgeruch.

 

Viele Patienten erleben zudem, dass die Zähne ihren festen Halt im Kiefer verlieren. Sie werden beweglich. Die Zähne sind darüber hinaus druckempfindlich. Beispielsweise der Biss in einen Apfel wird schmerzhaft. In extremen Fällen verdicken sich zudem einzelne Zahnwurzeln und der Kieferknochen schwillt an. Das Ganze ist im Volksmund als „dicke Backe“ bekannt.

 

Dicke Backe

 

Einige Patienten berichten zudem von Symptomen wie einer „kloßigen Sprache“, Schluckbeschwerden sowie Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich. In einigen Fällen werden diese Anzeichen für eine aufziehende Erkältung gehalten. Deshalb sollte darauf geachtet werden, ob auch die Zähne schmerzen, wenn diese Symptome auftreten.

 

Behandlung einer Zahnwurzelentzündung

Bei der Therapie geht es um zwei Ziele: Erstens müssen die Entzündungsherde entfernt werden. Zweitens wird ein bakteriendichter Wurzelkanalverschluss angestrebt. Der Mediziner entfernt deshalb die von Bakterien befallenen Stellen (oberflächlich mit dem Bohrer, im Zahn mit einer speziellen Lösung). Zudem beseitigt er Eiter und Flüssigkeit in den Zahnfleischtaschen. Diese werden hierfür aufgeschnitten, damit die Schadstoffe abfließen können.

Wurzelbehandlung bei einer Zahnwurzelentzündung Anschließend werden der Zahn und das ihn umgebende Gewebe gereinigt und desinfiziert, um auch die letzten Rückstände der Schädlinge zu entfernen. Füllungen, Kronen, Prothesen oder Brücken ersetzen die vom Zahn entfernten Bestandteile. Röntgenbilder geben während der Therapie Aufschluss, ob die Behandlung wie gewünscht anschlägt. In extremen Fällen verschreibt der behandelnde Arzt auch eine Antibiotika-Therapie. Zumeist kommt dabei Amoxicillin zum Einsatz.

 

In den 24 Stunden nach der Behandlung sollten Patienten keinen Kaffee und schwarzen Tee konsumieren. Raucher müssen in dieser Zeit zudem die Lust nach einer Zigarette unter Kontrolle halten. Zu befolgen ist auch ein strenger Plan der Mundhygiene, der vom Zahnarzt erstellt wird. Beispielsweise kann es sein, dass Patienten mit einer speziellen Lösung mehrere Tage gurgeln müssen.

 

Was ist eine Wurzelspitzenresektion und wann ist sie notwendig?

In einigen Fällen kann eine Wurzelspitzenresektion notwendig werden. Dies gilt dann, wenn die Wurzelkanalbehandlung keinen Erfolg hatte. Hierbei wird die Wurzelspitze entfernt. Vereinfacht gesagt schneidet der Mediziner alles ab, was von Bakterien befallen ist. Da es sich um einen operativen Eingriff handelt, kommt das Verfahren wirklich nur in Ausnahmesituationen zum Einsatz.

Wurzelspitzenresektion bei Zahnwurzelentzündung

Wann sollte der Zahnarzt aufgesucht werden?

Experten empfehlen, dass der Zahnarzt bei einer Zahnentzündung so schnell wie möglich aufgesucht werden sollte. Wenn die Zähne beispielsweise über mehr als einen Tag am Stück anfällig für Hitze und Kälte sind, sollten Sie einen Termin machen.

 

Was passiert ohne Behandlung der Zahnwurzelentzündung?

Die Nerven und Gefäße im Zahn sterben ab. Dies sorgt dafür, dass der Zahn seine Stabilität verliert. Irgendwann bricht er ab. In manchen Fällen fällt er sogar komplett aus. Deshalb eine besondere Warnung: Wenn Schmerzen auf einmal verschwinden, ist dies kein gutes Zeichen, sondern ein sehr schlechtes! Der Zahn ist tot! Eine sofortige Behandlung ist notwendig. Übrigens treten die identischen Probleme auf, wenn Sie die Behandlung vorzzeitig abbrechen.

 

Welche weiteren Ursachen kommen für die Entzündung in Frage?

Mögliche weitere Ursachen sind:

 

  • Krankheiten wie Diabetes
  • Unterernährung
  • Wundheilstörungen
  • genetische Anfälligkeit

 

Was kostet die Behandlung einer Zahnwurzelentzündung?

Die Behandlungskosten sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Beispielsweise kommt es auf den <strong> Versicherungsstatus </strong> an. Private Kassen übernehmen in der Regel den Gesamtbetrag. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung kann es sein, dass Patienten für bestimmtes <strong> Füllmaterial </strong> einen Eigenanteil zahlen müssen. Gleiches gilt für Brücken oder Prothesen.

 

Hausmittel gegen eine Zahnwurzelentzündung – sinnvoll oder sinnlos?

 

Hausmittel gegen Wurzelentzündung

 

Als erste Hilfe gegen Schmerzen sind Medikamente wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen geeignet. Diese helfen freilich nicht gegen die Entzündung selbst. Anekdotisch berichten Patienten, dass die folgenden Hausmittel gegen eine Zahnwurzelentzündung geholfen hätten:

 

  • Kohleblatt an den Zahn legen
  • Knoblauch
  • Ölziehen als Kur (also über mehrere Tage)
  • Ayurvedische Paste aus Kurkuma, Meersalz, Olivenöl und Süßholzwurzel

 

Generell ist allerdings vom alleinigen Einsatz von Hausmitteln abzuraten. Ein Spezialist sollte stets eine Diagnose erstellen. Der Zahnarzt kann beispielsweise darüber aufklären, ob wirklich eine Zahnwurzelentzündung vorliegt oder ob es sich vielleicht um eine andere Art wie eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) bzw. Zahnhalsentzündung handelt.

 

Fazit

Wer unter einer Zahnwurzelentzündung leidet, sollte professionelle Hilfe so schnell wie möglich in Anspruch nehmen. Besser ist es freilich, durch eine angemessene Prophylaxe gar nicht erst zu erkranken. Eine ausgezeichnete Mundhygiene durch tägliches, mehrfaches Putzen sowie regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt sind hierfür die Grundlage.